Europäischer Marktbericht über Energieeffizienzdienstleistungen und Qualität

Europäischer Marktreport über Energieeffizienzdienstleistungen und Qualität

Dieser Bericht führt verschiedene Quellen zusammen, um den Markt für Energieeffizienzdienstleistungen (EED) zu beschreiben und über die Entwicklung von Qualitätskriterien und die Umsetzung von Qualitätssicherungsprogrammen zu informieren. Er konzentriert sich auf zwei verbreitete Formen von EED: Energieeinsparcontrating (Energy Performance Contracting, EPC) und Energieliefercontracting (Energy Supply Contracting, ESC).

Es basiert in erster Linie auf einer umfassenden Umfrage unter EED-Anbietern und -Vermittlern sowie auf Interviews mit Kunden und Finanzinstitutionen, die mit EEDen zu tun haben, bezieht aber auch einschlägige Literatur und die Marktkenntnisse der Autoren mit ein. Er vergleicht die 2017 erfassten Ergebnisse aus 15 europäischen Ländern mit früheren Umfragen aus den Jahren 2013 und 2015. Die Ergebnisse der Umfragen können auch über unser interaktives Web-Tool abgerufen werden.

Der Bericht ist eine der tiefgründigsten und zielgerichtetsten Studien über die europäischen Märkte für Energieeffizienzdienstleistungen, die bisher durchgeführt wurden:

  • Die Entwicklung in den 15 erfassten europäischen EPC-Märkten ist 2017 positiv verlaufen: Mehr als die Hälfte aller Befragten (53%) gaben an, dass ihr nationaler EPC-Markt in den letzten 12 Monaten ein Wachstum verzeichnet hat. Diese Ergebnisse ähneln im Großen und Ganzen einer Umfrage, die 2015 vom Transparense-Projekt durchgeführt wurde und bei der 57% der Befragten über Wachstum berichteten.
  • Der öffentliche Sektor treibt die EPC-Märkte an, und die Mehrheit der EPC-Anbieter und -Vermittler (64%) gibt an, dass ihre Kunden am häufigsten öffentliche Kommunen und Gemeinden sind.
  • Die häufigste EPC-Vertragslaufzeit beträgt 5-10 Jahre, wie von 55% der Befragten berichtet wird.
  • Die wichtigsten Hindernisse für das EPC-Geschäft, die in der Umfrage aufgedeckt wurden, sind: Komplexität des Konzepts/Informationsmangel (58% der Befragten), gefolgt von mangelndem Vertrauen in die ESCO-Branche (53% der Befragten).
  • Die “Energieeinsparungsgarantie” wurde von 59% der Befragten als die wichtigste Triebkraft für EPC identifiziert. Als weitere wichtige Treiber wurden “begrenzte Budgets im öffentlichen Sektor” und “Druck zur Kostensenkung” hervorgehoben.
  • Die vorläufige technisch-wirtschaftliche Analyse/Energieprüfung (Audit) wurde als wichtigste Qualitätskomponente für EPC-Projekte identifiziert, und es wurde berichtet, dass Qualitätsverbesserungen für diesen Aspekt wie auch für alle anderen Bereichen der Projektvorbereitung und -durchführung erforderlich sind.
  • Es wurde berichtet, dass das Marktwachstum beim Energieliefer-Contracting (ESC) im Jahr 2017 langsamer war als beim EPC. Sowohl Wachstum als auch Stagnation wurden von jeweils etwa 45% der Befragten angegeben. Wenn es um ihre eigenen ESC-Aufträge geht, war Stagnation die häufigste Antwort, die von ESC-Anbietern und -Vermittlern ausgewählt wurde.
  • Die Befragten stimmten darin überein, dass die steigenden Energiepreise eine wichtige Triebkraft für das ESC-Geschäft seien. Dies bedeutet, dass Energielieferverträge gut von Maßnahmen profitieren können, die externe Umweltkosten in den Energiepreis einfließen lassen.
  • Die Bereiche der WSZ-Projekte, denen den Berichten zufolge die größte Aufmerksamkeit in Bezug auf die Qualität gewidmet werden muss, sind “vorläufige technisch-wirtschaftliche Analysen/Energieaudit” und “Umsetzung technischer Maßnahmen”.

Qualitätssicherungsprogramme zur Stärkung des Kundenvertrauens

Der Bericht gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Qualitätssicherung für Energieeffizienzdienstleistungen in den 15 erfassten europäischen Ländern. In jedem Fall wird empfohlen, dass weitere Maßnahmen zur Entwicklung und Umsetzung von Qualitätssicherungsprogrammen erforderlich sind, um den bestehenden Mangel an Vertrauen in die Dienstleistungsanbieter und die geringe Kundennachfrage zu überwinden.

Die Forschung untersuchte auch die wünschenswertesten Eigenschaften eines von den Marktakteuren bevorzugten Qualitätssicherungssystems. Während Anbieter und Vermittler, sowie Finanzinstitutionen die staatlichen/öffentlichen Institutionen eindeutig als die angesehensten Stellen für die Erteilung von Qualitätssicherungszertifikaten identifizierten, ist die Präferenz der Kunden zwischen staatlichen/öffentlichen Institutionen und Anbieterverbänden aufgeteilt. Die Mehrheit der EPC-Anbieter und -Vermittler war sich einig, dass die Kosten für die Qualitätssicherung vom Kunden getragen werden sollten und dass die praktikable Gebühr für die Qualitätssicherung bis zu 1% des Wertes eines bestimmten Projekts betragen sollte.

Die Erwartungen hinsichtlich der möglichen Auswirkungen eines Qualitätssicherungssystems sind bei den Marktakteuren unterschiedlich. Während die Anbieter und Vermittler in erster Linie eine Zunahme des Kundenvertrauens erwarten, erwarten Kunden und Finanzinstitutionen in erster Linie eine Qualitätssteigerung. Alle befragten Marktgruppen gaben an, dass sie die Durchführung von Projekten, die einer Qualitätssicherung unterliegen, stark bevorzugen.